"Hände weg von unserem Spielplatz"


Eltern und Kinder demonstrieren vor dem Rathaus. Bebauung an der Goethestraße beschlossen

Von Roland Kohls

SWISTTAL-HEIMERZHEIM. "Mehr Platz für Kinder", "Hände weg von unserem

Spielplatz" oder "Kinder bezahlen den Haushalt" war auf den

Transparenten der etwa 50 Demonstranten vor dem Swisttaler Rathaus in

Ludendorf zu lesen. Sie protestierten am Dienstag vor dem Planungs- und

Verkehrsausschuss gegen die Bebauung eines Teils des Spielplatzes an der

Goethestraße in Heimerzheim. Auch etwa 20 Kinder waren bei der Sitzung

dabei. Die Änderung des Bebauungsplans für den Spielplatz stand auf der

Tagesordnung des Ausschusses.

Auf Vorschlag des Vorsitzenden des Ausschusses, Paul Wagner, wurde

dieser Tagesordnungspunkt nach vorne verlegt. Wagner erklärte noch

einmal den Hintergrund für die Verkleinerung des Spielplatzes. "Wir

müssen bei der angespannten Haushaltslage auch unser »Tafelsilber«

verkaufen, damit die Gemeinde handlungsfähig bleibt", sagte Wagner. Von

dem heute 2 380 Quadratmeter großen Spielplatz sollen etwa 1 300

Quadratmeter zu einer eingeschossigen Bebauung freigegeben und verkauft

werden, so die Beschlussvorlage, die die Gemeinde formulierte.

Einschließlich eines Notweges für den Bundesgrenzschutz blieben für den

Spielplatz etwa 1 000 Quadratmeter. "Das ist der einzige Spielplatz, wo

die Kinder auf der schönen großen Wiese auch Fußball oder Fangen spielen

können", sagte eine Mutter, die für den Erhalt des Spielplatzes

demonstrierte. Auf anderen Spielplätzen liegt auf den Flächen Kies,

erklärte sie. "Einen »zu großen« Spielplatz kann es nicht geben",

begründete die Anwohnerin Hannelore Lippold ihren Bürgerantrag, "bei der

Planung der Bebauung des Spielplatzes Goethestraße die kleinstmögliche

Breite zugrunde zu legen." Die Grünen im Ausschuss machten sich diesen

Antrag zu eigen und präzisierten die maximale Breite auf neun Meter, die

für Doppelhäuser ausreichten. Die SPD lehnt die Bebauung der Spielfläche

ganz ab. "Wir fordern sie auf, nach alternativen Möglichkeiten zu

suchen, um den Haushalt auszugleichen - und es gibt Alternativen", sagte

der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Joachim Euler, an die Adresse der CDU.

Auch wenn die Geschäftsordnung Beifallsbekundungen nicht zulässt, wie

der Ausschussvorsitzende Wagner betonte, erhielt Euler für seine

Forderung Applaus von den Bürgerinnen und Bürgern.

Mit den Stimmen von CDU und FDP stimmte der Ausschuss der Bebauung des

Spielplatzes entsprechend dem Vorschlag der Verwaltung zu. "Wir haben

auch die Verantwortung für einen ausgeglichenen Haushalt", begründete

der Heimerzheimer Ortsvorsteher und CDU-Ratsmitglied Manfred Lütz die

Entscheidung.



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